Wer – wie ich zumindest teilweise – die Debatte der beiden Kandidaten für die US-Präsidentschaft verfolgt hat und dabei bundesdeutsche Sichtweisen an den Tag legte, konnte zumindest teilweise verzweifeln.

Beide Kandidaten scheuten sich nicht, den jeweils anderen herabzuwürdigen und seine Fehler herauszustellen. Eine visionäre Darstellung der künftigen Regierungspolitik konnte ich bei keinem der beiden Kandidaten erkennen.

Natürlich macht sich Donald Trump relativ leicht zu Affen: seine Unbeherrschtheit, seine Ansichten über Minderheiten sind immer wieder eine Quelle der Entrüstung.

Aber auch Hillary Clinton ist nicht frei von Risiken: Ihr Umgang mit der „E-Mail-Affäre“ und ihr früheres Handeln als US-Außenministerin sind wahrlich kein Grund zur Freude.

Wenn ich schon nicht erkennen kann, wer der bessere Kandidat für die Präsidentschaft ist, wie soll es dann erst den Wählern gehen, die in 6 Wochen die Wahl der Qual haben? Soll ich einen Kandidaten wählen, der scheinbar die „Stimme des (weißen) Volkes“ ist, soll ich eine Kandidatin wählen, die aus der abgehobenen Washingtoner Bürokratie stammt?

Wo bleibt eine Vision, hinter der sich die Mehrheit  der US-Amerikaner stellen können, wie es vor 8 Jahren bei Barack Obama der Fall war? Wo bleibt das Eingestehen von eigenen Fehlern, um den Respekt der Wähler zu gewinnen. Wo bleibt der Verzicht auf Populismus?

Ich sehe nichts davon und damit reichlich schwarz für die größte Demokratie unserer Erde.

Eine demokratische Regierungsform, bei der Parteien eine so untergeordnete Bedeutung haben, wie in den USA, sehe ich sowieso als sehr kritisch an. Weil dort das Geld und die demagogische Überzeugungskraft der jeweiligen Kandidaten für den Wahlerfolg steht und nicht die in langer und kontroverser Diskussion erzielten Ergebnisse, wie es überwiegend hierzulande geschieht.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Amerikaner schließlich entscheiden, Einfluss haben wir keinen darauf – leider.

Kriterien für meine Wahl wären: Soziales Engagement, Schutz der Minderheiten, klare Positionen in Innen- und Außenpolitik, Beschränkung der Macht der Waffenlobby.

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