Brexit und nun . . .?

Brexit und nun . . .?

Überraschend – zumindest für mich – haben gestern die Wähler in UK entschieden, die EU zu verlassen.

Die Auswirkungen werden zur Zeit in diversen Presse-Veröffentlichungen diskutiert. Es bleibt festzuhalten, dass insbesondere wirtschaftlich wohl UK eher zu den Verlierern zählen wird, als die EU. Hier wird sich die Bereitschaft der UK-Gewerkschaften zeigen müssen, inwieweit man bei steigender Arbeitslosigkeit bereit ist, eine Absenkung des Lohnniveaus als Kompensationsmaßnahme zu akzeptieren. Ferner wird man warten müssen, ob  UK wieder von der Krankheit des „Englische Patienten“ erfasst wird, die beim Beitritt 1973 eine Rolle spielte.

Natürlich sind auf den Brexit-Zug die Populisten in F, NL, A aufgesprungen und natürlich konnte auch Frauke Petry, AfD, ihre Meinung nicht für sich behalten: Die Zeit sei reif für ein Europa der Vaterländer Definition: Bundeszentr.f.pol.Bildung. Diese Formulierung ist verräterisch, sie stammt zwar aus dem Jahr 1962 von Charles de Gaulle, wurde aber seinerzeit bereits als rückwärts-gewandt von großen Teilen (Adenauer, Pflimlin, Mollet, u.a.) abgelehnt. Siehe auch den Artikel aus der ZEIT

Aber neben dieser Nostalgie-Argumentation von Frau Petry wurde dieser Begriff von den Kräften der NPD im Europa-Wahlkampf 2014 ebenso verwendet, wie auch von den Republikanern. Der Schulterschluss der AfD mit diesen Kräften wird durch diese Formulierung wieder deutlich.

Meiner Meinung nach ist die Bewahrung des Nationalstolzes die häufigste Ursache für die vielen Kriege der letzten Jahrhunderte, die von Europa ausgingen. Nur die Überwindung dieses ICH-ICH-ICH-Arguments hilft es, europäische, aber auch entfernter wohnende, Menschen als das zu erkennen, was sie sind: Mitbürger auf dieser Welt.

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